Festival der Freundschaft

Die Gebete schlagen an, auch wenn sie nur Placebo sind. Die Natur regelt das schon selbst. Aber in unserem Sinne, denn der Mondkalender sagt nur Gutes voraus, die Wetterfrösche machen es sich im oberen Drittel der Leiter bequem, ja, der Klimawandel muss ja auch sein Gutes haben in Zeiten der Krise. Bei diesen Aussichten hoffen wir, euer Gusto auch in diesem Jahr wieder mit einem Programm befriedigen zu können, welches dem Strand würdig ist.

Einen ersten Vorgeschmack gibt’s hier:

Der Rhythmus, mit dem man mit muss, der spielt wieder im Sand. Denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel und Urlaubsscheine müssen sinnvoll gefüllt werden. Also gleich mal einreichen: Vom 16. Juli bis 22. Juli 2012 machen wir aus Sand, Salz und Spucke wieder die Bretter, die für viele die Welt bedeuten. Ja, ihr hört recht: In diesem Jahr zwei Wochen eher, ohne die Hansesail im Nacken. Gott, Schulferien und Mondkalender sei dank. Alle weiteren Infos zu Tickets (die wir nicht verlosen, sondern kapitalistisch verkaufen), Programm, Übernachtung und der Möglichkeit, zu helfen, erfahrt ihr “die Tage”.

Wo wir sind, ist oben. Wenn wir unten sind, ist unten oben. Alles Gute kann – mittels dieser überzeugenden Formel – also auch von unten kommen. Wenn man oben im Tragschrauber sitzt und knipst, dann kommen Luftbilder hinten raus und die sind hiermit veröffentlicht.

Großer Dank geht an Familie Dargus, die dem Wetterbericht spottete und sich am Samstag von Güstrow aus in die Luft schwang und auf den Weg zum Rand der Republik machte, dorthin, wo wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten.

Schnöde Bilder können nicht im Entferntesten wiedergeben, was wir getan, gefühlt, gebaut, gegessen, getanzt und gelacht haben. Aber versuchen können sie es. Deshalb gibt’s hier gleich zwei Galerien. Die eine enstpringt Dirks Kamera, die andere der von Jule. Obwohl wir weitaus besseres zu tun hatten als auf Auslöser zu drücken, haben wir ein paar Impressionen sammeln können, die all denen, die nicht da waren (so ca. 6 Milliarden) und denen, die da waren, hoffentlich ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Hier gehts zur Galerie

Dank Jule und dank ihrer Kamera gibt’s heute für alle: Die ersten Bilder vom Aufbau. Björn meint: Für Dienstag sind wir echt weit. Nicole meint: Das ist noch rund, das muss erst mal eckig werden. Die Hunde meinen: Wirf den Ball! Wirf den Ball! Zur Galerie

So! Am Montag startet unsere Flitterwoche am Strand. An alle die, die nicht nur Gast, sondern auch Teilnehmer sein wollen: Aufgrund der zahlreichen Anfragen, die wir erhalten haben, über die wir uns sehr freuen und die uns nun etwas über den Kopf wachsen: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Klingt hart, lässt sich aber aufgrund der begrenzten Schlafplätze am Strand nicht ändern. Einfach ab Montag auftauchen und abtauchen in die kulturelle Metaebene. Achja: Am Montag kommt der Sommer. Punktlandung.


Da sind Menschen. Da sind Musiker. Und da sind Typen. Typen wie Digger Barnes, die die gern bemühte Schublade des “Singer/Songwriter” soweit aufreißen, dass man einen neuen Schrank drumherum bauen muss. Zum Glück gibts am Strand keine Schränke. Aber Digger Barnes live am Samstag, dem 06.08. bei unserem kleinen Festival. Wir freuen uns darauf und auch darauf, dass auch ihr euch freut.Digger Barnes live

Nichts ist jemals weg. Nur durch Raum und Zeit von der persönlichen Handhabe getrennt. So geschehen bei den hier folgenden Bildern. Wissenschaftler würden mutmaßen, dass wir mittlerweile genug Anziehungskraft ausüben, um den Raum um uns zu krümmen und uns die Bilder aus dem digitalen Gedächtnis irgendeiner ominösen Cloud – oder sei es ein schnöder Chip, der irgendwo dahinschimmelte – zurückzuholen. Viel Danke an unseren Freund DJ Slare, der uns mit dieser doktortitelreifen Leistung an seinen Impressionen vom letzten Jahr teilhaben lässt.  Zur Galerie

Verehrte Biomasse! Um eure mit dem Staub der Marktwirtschaft beladenen Seelen im – Achtung Wortspiel – rechtsfreien Raum baumeln lassen zu können, legen wir euch unseren Online- VVK an euer Herz. Damit sich das für euch ganz eigenkapitalorientiert aber auch lohnt, gibt’s das Festivalticket (Fr.-So.) dort für 10,- Euro plus Gebühr. Ich wiederhole: Für 10,- Euro plus Gebühr. Ende der Ansage.
Hier gehts zum Vorverkauf

Der Name ist ProgrammFreundschaft. Darauf kommt es uns an. Kein seelenlos zusammengebuchtes und als innovativ verkauftes Lineup, sondern Programm von Freunden für Freunde. Keine möchtegern- linksintellektuelle Kulturkreisüberheblichkeit, sondern echte Menschen, die sich eben nicht mit dem Taxi heranchauffieren lassen, um dann von ihrer horrenden Gage schlechtgelaunt die Wodka- Vorräte zu versaufen, weil sie keinen Schampus bekommen. Soviel zum Gefühl. Zum Programm geht’s hier lang.

Gleich mal ne fette Alliteration zu Beginn: Weil wir wissen wollen, was werden wird, wollen wir was. Was denn? Uns treffen und über Sachen sprechen. Am 19.03. sind dazu all die eingeladen, die mit dem Programm in allen seinen Mannigfaltigkeiten zu schaffen haben. Am 30.04. kommen die zu Wort, die gestalten. Und am 07.05. können wir wieder alle durcheinander reden, weil da treffen sich alle. Wie immer und immer wieder im Jugendhaus in Graal-Müritz.

Die Einen mögen wissen, wovon ich rede, für das Leben der Anderen mags keine Rolle spielen. Als unser Land noch zwei Länder war, hatte jedes einen großen Bruder, der auf alles aufpasste, Regeln aufstellte, Taschengeld klaute und Beziehungen einfädelte, weil es mal große Scheiße gebaut hatte und keiner es mehr mochte. Jetzt ist unser Land wieder mehr oder weniger zu Vernunft gekommen und groß genug, selbst auf sich aufzupassen. Ausgezogen, das Fürchten zu lernen sozusagen. 20 Jahre lang durften wir nun tun, was wir wollten und füllten das Machtvakuum mit Dingen wie Generation X, New Economy, Eurodance, Sozialer Marktwirtschaft, Hartz4, Krieg gegen den Terror oder Schweinegrippe. Alles zerplatzt wie dreckige Seifenblasen. Nichts übrig als kleine, glitzernde Flecken auf dem Bürgersteig.

Mit Facebook haben wir nun einen neuen Großen Bruder gefunden, mit dem wir uns in Hassliebe verbunden fühlen. Ohne ihn gehts nicht, mit ihm gehts aber auch nicht leichter. Wenigstens liefert Facebook keine Waffen, baut keine Mauern und tötet keine Menschen. Wie mein Vater sagt: Man findet sich halt zurecht in dem System, in dem man lebt. Was noch nicht heißt, dass man sich abfindet. Mit den Zuständen zum Beispiel. Deshalb machen wir ja auch dieses Festival, um einen kleinen Gegenentwurf zu versuchen. Trotzdem könnt ihr uns ab sofort auch bei Facebook erreichen. Alle anderen machens ja auch. Und irgendwann wird auch dieser große Bruder alt und gebrechlich, dann können wir wenigstens später mal erzählen, dass wir dabei gewesen sind.

Unser nächstes Treffen zum Besprechen all der tollen Dinge, die wir tun werden, findet am 05.03.2011 ab 16:00 statt. Platz der Begegnung wird wieder das allseits bekannte, beliebte und auch berüchtigte Jugendhaus in Graal-Müritz sein. André kocht bestimmt wieder was, aber auch wenn nicht – es kommen heiße Sachen auf den Tisch. Gute Laune und festes Mundwerk sind mitzubringen und Pünktlichkeit ist eine Zier.

Die Spatzen auf meinem Dach zwitschern sich einen, die Taube in meiner Hand friert und ich bin froh, dass der Termin fürs Festival der Freundschaft nun feststeht. Vom 01.08-07.08. gehört der Strand am Windrad wieder uns. Die Gemeinde Graal-Müritz ist auf unserer Seite, der Bürgermeister hats freundlich durchgewinkt, der Mondkalender weiß wieder nur Gutes zu berichten und zum ersten mal stört die Hansesail mit ihrem Rummel nicht unser buntes Treiben und unsere verwegenen Wege. Alle und noch viele mehr sind wieder mit dabei. Mit kontrollierter Offensive gehts wieder quer durch den Gemüsegarten, mit gutem Geschmack nachhaltig großgezogen.